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Themen für Studien- und Diplomarbeiten

Themenübersicht:

Radar-Tomographie - Eine Übersicht
E1: Breitbandantennen für die Radar-Tomographie
E2: Positionierung von Radarantennen
E3: Image-Processing für Radar-Tomographie
E4: Kalman-Filterung von Radardaten
E5: Radar-Imaging von Gebäudeteilen
E6: Simulation der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen in Baustoffen

 

Radar-Tomographie -
ein elektronisches Auge macht Verborgenes sichtbar

Die Visualisierung und Kontrolle verborgener Objekte im Bau- und Umweltbereich ist eine Aufgabe mit enormer volkswirtschaftlicher Bedeutung. Die Anwendungen reichen von der Suche nach vergrabenen Rohrleitungen über die nachträgliche Kontrolle von Bauausführungen bis hin zur Untersuchung von Mülldeponien und der Analyse von Fassaden, Dachkonstruktionen sowie den Tragwerken von Brücken.

Wie ist es möglich, durch undurchsichtige Stoffe "sehen" zu können? Sehen hat immer etwas mit der Wechselwirkung zwischen elektromagnetischen Wellen und der stofflichen Umgebung zu tun. Im biologischen Fall werden elektromagnetische Wellen mit einer Wellenlänge von 300 ... 700 nm (Licht) verwendet. Wie wir aus der Erfahrung wissen, können diese Wellen aber durch die meisten Stoffe (außer Glas und Wasser) nicht hindurchdringen. Somit sind in irgendwelchen Materialien eingebettete Objekte für den Menschen unsichtbar. Prinzip.gif (69026 Byte)

Doch nicht alle Stoffe sind bei allen Frequenzen "undurchsichtig". Bei Frequenzen weit oberhalb der Lichtfrequenz werden die Stoffe mehr oder weniger transparent. Ausgenutzt wird dieses Verhalten in den Röntgengeräten für Medizin und Werkstoffprüfung. Außer bei Metallen trifft man aber auch auf eine Transparenz der Materialien bei wesentlich niedrigeren Frequenzen (bis zu einigen GHz).

Um die Erfassung, Bearbeitung und Interpretation solcher mittels elektromagnetischer Wellen (Frequenzbereich 100 MHz bis 6 GHz) erzeugter Bilder geht es bei den folgenden Themen. Das Prinzip der "elektromagnetischen "Bildaufnahme" ist sehr einfach. Es wird eine kurze elektromagnetische Welle ausgesandt, indem z.B. ein Impuls auf eine Antenne gegeben wird. Diese Welle dringt in das zu untersuchende Gebiet ein und wird reflektiert, wenn sich dort ein Hindernis befindet.

Die zur Antenne zurücklaufende Welle wird wieder erfasst und aus ihrer Laufzeit kann auf die Lage des verborgenen Objektes geschlossen werden. Damit man ein vollständiges Bild von den verborgenen Objekten bekommen kann, muss die Antenne über das gesamte Testarial geführt werden und die auf diese Weise erzeugten Daten sind geeignet zu verarbeiten. Ergebnis ist ein zwei- oder dreidimensionales Abbild des verdeckten Objektes in Form von Radargrammen.

Einige Fotos zeigen praktische Einsatzfelder der Radar-Tomographie und unserer Imaging Radar-Versuchsanlage:

Image1.jpg (70338 Byte) In der Anlage dient ein üblicher Netzwerkanalysator als "Radargerät", dessen Messwerte mittels Fouriertransformation in den Zeitbereich umgerechnet werden. Auf diese Weise kann ein Impulsradar simuliert werden.
Armierungseisen, Hohlräume, feuchte Stellen im Bauwerk, vergrabene Rohre, der Straßenzustand und viele andere Dinge lassen sich mit einem Radar detektieren, überwachen, profilaktisch reparieren oder produktiver herstellen. Im Vergleich zu Ultraschallverfahren wird dabei kein direkter Kontakt zum Messobjekt benötigt.
Bei einem jährlichen Bauvolumen von ca. 68 Mrd. DM (1995/96) in der BRD und einem Baubestand von mehreren Billionen Mark läßt sich der wirtschaftliche Nutzen kaum abschätzen, den eine einfach handhabbare und zerstörungsfreie Untersuchungsmethode bringen könnte.

Die Bearbeitung der im folgenden aufgeführten Themen ist im Zusammenhang mit der Kooperation von MEODAT mit der TU Ilmenau, FG EMT zu sehen.

Thema E1: Breitbandantennen für die Radar-Tomographie
Damit eine hohe Ortsauflösung beim Radarverfahren erzielt werden kann, müssen die Antennen in der Lage sein, sehr breitbandige Signale in das Testobjekt einzukoppeln. Ziel der Arbeit ist die Untersuchung solcher Antennen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit für verschiedene Materialien und Aufgabenstellungen. Es sind die technologischen Möglichkeiten ihrer Herstellung zu prüfen und exemplarisch zu erproben. Die Messungen erfolgen in der Radar-Imaging-Anlage. Für die Auswertung der Messdaten steht MATLAB zur Verfügung. Die Betreuung der Arbeit erfolgt gemeinsam durch die Fachgebiete Mikroperipherik und Elektronische Messtechnik.

 

Thema E2: Positionierung von Radarantennen
Neben der elektronischen Erfassung der von den Antennen ausgesendeten und empfangenen Messimpulse muß bei praktischem Einsatz auch die aktuelle Antennenposition für jede einzelne Messung bekannt sein. Eine Möglichkeit der Positionsbestimmung der Antenne innerhalb eines Testsarials besteht darin, daß ausgehend von zwei Fixpunkten die Entfernung zu den Antennen über einfache geometrische Beziehungen bestimmt wird. Die Aufgabe besteht darin, über eine einfache Schaltung zwei Entfernungssensoren mit einem Radargerät und einem PC zu verkoppeln und die notwendige Software (unter Lab-Windows, MATLAB) zu implementieren.

 

Thema E3: Image-Processing für Radar-Tomographie
Wird mit einem Radargerät die Oberfläche eines Testgebietes abgerastert, entsteht ein dreidimensionales Datenvolumen (Radarvolumen). Diese Daten charakterisieren den Zustand bzw. den verborgenen, inneren Aufbau des Testgebietes. Zur Unterdrückung von Störungen (Clutter) und zur Hervorhebung der gesuchten Objekte müssen die Messdaten einer digitalen Signal- und Bildverarbeitung unterzogen werden. Eine Literaturstudie soll Aufschluss über die dafür bekannten Verfahren und Algorithmen liefern. An Beispielprogrammen sind ausgewählte Methoden zu demonstrieren. Die dafür notwendigen Daten können aus Simulationen einfacher Szenarien oder aus Messungen mit der Imaging-Radar-Anlage stammen. Als Simulationswerkzeug dient MATLAB einschließlich seiner Toolboxen (z.B. Image Processing, Signal Processing ...).

 

Thema E4: Kalman-Filterung von Radardaten
Vielfach besitzt man bestimmte Vorkenntnisse (a priori Wissen) vom gesuchten Objekt. Ziel dieser Arbeit ist, dieses Wissen gezielt für die Auswertung von Radardaten zu verwenden. Damit soll erreicht werden, dass auch noch sinnvolle Ergebnisse aus Radaraufnahmen gewonnen werden können, wenn die klassischen Auswertemethoden bereits versagen.

A priori Wissen in der hier angesprochenen Art besteht z.B. darin, dass man davon ausgehen kann, daß sich die Dicke der Asphaltschichten einer Straße kaum abrupt ändern wird oder daß eine Rohrleitung im wesentlichen seine Richtung und Tiefe beibehält. Eine Möglichkeit der Einbeziehung von gewissen Kenntnissen über das Messobjekt ist die Kalman-Filterung. Eine Filtermethode, die in der Regelungstechnik, bei der Objektverfolgung und ähnlichen Dingen eine breite Anwendung findet. Mit der Arbeit soll dieses Verfahren auch der Auswertung von Radargrammen zugänglich gemacht werden.

 

Thema E5: Radar-Imaging von Gebäudeteilen
Mit Hilfe unserer Imaging-Radar-Anlage sollen an Modellen von Gebäudeteilen (z.B.: Wandaufbau, Dachaufbau) typische Radarbilder erfasst werden. Durch den gezielten Einbau von Konstruktionsfehlern, fehlerhaften Materialien, Durchfeuchtungen usw. ist zu überprüfen, inwieweit mit dem Radarverfahren solche Defekte nachweisbar sind. Die Messungen erfolgen vollautomatisch. Zur Darstellung der dreidimensionalen Radardaten soll MATLAB verwendet werden.

 

Thema E6: Simulation der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen in Baustoffen
Zum besseren Verständnis der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen in Bauwerksteilen ist es zweckmäßig, ihr Verhalten an modellhaften Anordnungen zu studieren. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen sollte es dann möglich sein, reale Messungen besser interpretieren zu können.


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